Bezirksjägertag 2026


Wie schon im Vorjahr konnte auch der diesjährige Bezirksjägertag wieder in den bewährten Räumlichkeiten der Fa. Waldland abgehalten werden. Aufgrund des großen Interesses der Jägerschaft an den, wie gewohnt, umfassenden Informationen waren die Räumlichkeiten wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach der Begrüßung der Jägerschaft und zahlreicher Ehrengäste, darunter Nationalrat Lukas Brandweiner, Bezirkshauptmann-Stv. Christoph Prinz, Kommandant des TÜPL Allentsteig Oberst Konstantin Oberleitner, Bezirkspolizei-kommandantin Obstl. Nicole Trappl, Bezirksbauernkammer-Obmann Dietmar Hipp, Vorstandsmitglied des NÖ Jagdverbandes und Bezirksjägermeister von Mistelbach Oberst DI Andreas Berger, Bezirksjägermeister von Horn Herbert Gallee, Ehrenbezirksjägermeister von Zwettl DI Othmar Winkelhofer, Bezirksjägermeister a.D. Manfred Jäger, HR Dr. Michael Widermann u.a. durch Bezirksjägermeister Willi Renner wurde der verstorbenen JägerInnen gedacht, besinnlich umrahmt von der Jagdhornbläsergruppe Jagdmusik Waldviertel unter Hornmeister Josef Paukner. Im Anschluss folgten Grußworte von Obmann Dietmar Hipp, der die gute Zusammenarbeit zwischen Grundeigentümern und Jägerschaft zur Erziehung klimafitter Waldbestände lobte, von Bezirkshauptmann-Stv. Christoph Prinz, der die gute 

Zusammenarbeit zwischen Behörde und Jägerschaft hinsichtlich Wald-Wild-Lebensraum-Management, Tierseuchenbekämpfung oder auch die jagdgesetzlichen Änderungen beim Wolf hervorhob sowie von Nationalrat Lukas Brandweiner in Vertretung von Landeshauptfrau Mikl-Leitner, der auf die aktuellen jagdgesetzlichen Änderungen und damit ein zeitgemäßes Management zB. von Wolf, Nilgans und Goldschakal einging. Alle Grußredner dankten der Jägerschaft für ihre Verantwortung im Naturraum und die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in den Jagdrevieren.

Im „jagdwirtschaftlichen Bericht“ erläuterte Willi Renner sodann die Abschusszahlen 2025 des Bezirkes Zwettl. Gravierende Abschusszuwächse sind insbesondere beim Schwarzwild (+ 60 %) zu verzeichnen gewesen, weswegen sich auch die Wildschäden in entsprechendem Ausmaß zu den Vorjahren verringert haben. Beim Rehwild, der häufigsten Wildart in Zwettl, gab es nur geringfügige Zuwächse (+ 2 %), beim Rotwild hingegen einen dramatischen Einbruch (von über 1.200 Stück im Jahr 2015 auf nurmehr rund 250 Stück im Jahr 2025), geschuldet sowohl dem Großen Amerikanischen Leberegel als auch dem Prädator Wolf. Nach den Abschusszahlen stellte der Bezirksjägermeister die Revierstrukturen und zuständigen Hegeringleiter des Bezirkes sowie die zahlreichen Bereichshundeführer des Bezirkes dar. Der Bezirksjägermeister zeigte sehr eindringlich auf, wie breit gefächert die Jägerschaft für die Jagd und die öffentlichen Interessen im Bezirk agiert.

Nach einigen Musikstücken, darunter dem „Verblasen“ der Wildstrecken, knüpfte BJM Oberst DI Andreas Berger mit den Abschusszahlen 2025 aus Niederösterreich, den wichtigsten jagdgesetzlichen Neuerungen (zB. Goldschakal, Nilgans und Wolf nunmehr im Jagdgesetz), dem aktuellen Stand der Tierseuchen (zB. ASP und Aujeszkysche Krankheit, der Änderung der Nachtzeit (60 Minuten nach Sonnenuntergang bis 60 Minuten vor Sonnenaufgang), der Möglichkeit der Abgabe von Fangschüssen nunmehr auch mit Schrot, der Neuregelung der künstlichen Nachtzielhilfen sowie dem Drohneneinsatz bei der Jagd und zuletzt den kommenden Schwerpunkten der Verbandsarbeit an. Auch Berger konstatierte die hohe Leistungsbereitschaft der Jägerschaft im Bezirk und darüber hinaus auf Landesebene zum Wohl intakter Lebensräume und angepasster Wildbestände. Im Anschluss an den Bericht des Vorstandesmitglieds führten BJM-Stv. Mario Schuh, BJM Willi Renner und DI Andreas Berger zahlreiche Ehrungen durch, so zB. für 50-, 60- 65- und sogar 70jährige Verbandsmitgliedschaften, für herausragende Schieß- und Jagdhornbläser-leistungen.

Den Abschluss des Bezirksjägertages 2026 bildete ein Referat von Dr. Wolfgang Steiner zu einem bereits jahrzehntelangen Projekt des NÖ Jagdverbandes zur Vermeidung von Wildunfällen auf den Straßen. Dr. Steiner erläuterte den Einsatz geprüfter Wildwarnreflektoren, die entsprechend dem betroffenen Straßennetz, der Geländeausformung und der Tag- oder Nachtaktivität des Wildes auf die genauen Notwendigkeiten ausgewählt werden und zu rund 50 % vom Jagdverband und dem Land NÖ gefördert werden. Das Resümee des Vortrages war, dass ein entsprechend ausgearbeitetes Konzept bis zu 90 % an Wildunfällen vermeiden helfen kann, sofern eine laufende Kontrolle und Wartung gewährleisten, dass kein einziger Wildwarnreflektor ausgefallen oder wirkungslos geworden ist. Bei entsprechenden Fallwildzahlen in einem Revier und Interesse an diesem Projekt sind Informationen über den NÖ Jagdverband jederzeit abrufbar.

Bezirksjägermeister Willi Renner dankte zuletzt den zahlreichen Ehrengästen und der Jägerschaft für die Teilnahme am Bezirksjägertag 2026 und stellte klar, zusammen mit seinem Stellvertreter Mario Schuh die Arbeit für die Bezirksgeschäftsstelle für Jagd, Wild, Lebensraum und Zusammenarbeit in den Revieren mit vollem Engagement weiterzuführen!

Text: DI Franz Ramssl, Foto: Jakob Goldmann (BGST Zwettl)

v.l. BJM Herbert Gallee, WM Helmut Schandl. BJM Willi Renner, BJM-Stv. Mario Schuh, BJM DI Andreas Berger, Obstl Nocole Trappl, Obmann Dietmar Hipp, BH-Stv. Christoph Hipp. LLM,
Dr. Wolfgang Steiner, Oberst Konstantin Oberleitner, HR Dr. Michale Widermann

 

 

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